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Declared Changes Notification

Einleitung

Die Declared Changes Notification (Mitteilung erklärter Änderungen) ist ein essenzieller Bestandteil des Änderungsmanagements in regulierten Industrien wie der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche. Sie dient der strukturierten Kommunikation und Genehmigung von Änderungen an Produkten, Prozessen oder Systemen, die Auswirkungen auf Qualität, Sicherheit oder regulatorische Konformität haben könnten. Die ordnungsgemäße Implementierung dieses Vorgehens schützt Unternehmen vor Non-Compliance, minimiert Risiken und ermöglicht eine transparente Zusammenarbeit mit regulatorischen Behörden und Partnern.

Definitionen und Konzepte

  • Declared Change: Eine formell dokumentierte Veränderung an einem Prozess, Produkt, System oder einer organisatorischen Struktur, die vor der Implementierung beurteilt und genehmigt werden muss.
  • Change Notification: Die strukturierte Mitteilung dieser Änderungen an interne und externe Stakeholder, einschließlich Aufsichtsbehörden, Partnerunternehmen oder Lieferanten.
  • Change Control: Ein unternehmensweites Verfahren, das sicherstellt, dass Änderungen geplant, bewertet, umgesetzt und nachverfolgt werden.
  • Change Management System: Ein integriertes System (z. B. eQMS), das Prozesse zur Erfassung, Bewertung, Genehmigung, Dokumentation und Kommunikation von Änderungen beinhaltet.

Bedeutung

In stark regulierten Industriebereichen ist ein effektives Änderungsmanagement unverzichtbar. Die Mitteilung erklärter Änderungen bietet folgende Vorteile:

  • Regulatorische Konformität: Erfüllung gesetzlicher Anforderungen und Richtlinien, z.B. nach FDA, EMA, ICH Q10 oder ISO 13485.
  • Produktsicherheit und -qualität: Verhinderung unbeabsichtigter Qualitätsveränderungen durch unkontrollierte Modifikationen.
  • Transparenz gegenüber Behörden: Stärkt Vertrauen und erleichtert Inspektionen und Audits durch vollständige Änderungsdokumentation.
  • Minimierung von Betriebsrisiken: Reduziert Fehler und Produktionsausfälle durch standardisierte Bewertung und Freigabe.
  • Verbesserte Nachverfolgbarkeit: Ermöglicht rückwirkende Analyse von Änderungsauswirkungen bei Abweichungen oder Rückrufen.

Grundprinzipien und Methoden

Der strukturierte Umgang mit erklärten Änderungen folgt folgenden Grundprinzipien:

  • Änderungserfassung: Alle vorgeschlagenen Änderungen werden in einer zentralen Datenbank mit Begründung, Umfang und Zielsetzung erfasst.
  • Auswirkungsanalyse (Impact Assessment): Beurteilung der Sicherheits-, Qualitäts- und regulatorischen Implikationen durch Fachabteilungen (Qualitätssicherung, Zulassung, Technik).
  • Risikobewertung: Bewertung potenzieller Konsequenzen unter Anwendung von Tools wie FMEA oder HACCP.
  • Genehmigungsprozess: Einhaltung formalisierter Freigabeprozesse über Kontrollinstanzen wie Change Control Boards oder Regulatory Affairs.
  • Kommunikation und Schulung: Gezielte Informationsweitergabe an betroffene interne und externe Parteien.
  • Audits und CAPA-Anbindung: Integration des Änderungsprozesses in das Quality Management System zur Auditierbarkeit und kontinuierlichen Verbesserung (CAPA).

Typische Plattformen zur Verwaltung umfassen elektronische Qualitätsmanagementsysteme (eQMS) wie Veeva® QMS oder MasterControl, häufig in Verbindung mit ERP-Lösungen.

Anwendung

Declared Changes Notifications kommen in verschiedenen Bereichen der biowissenschaftlichen Industrien zur Anwendung:

  • Pharmazeutische Produktion: Änderungen an Spezifikationen, Herstellungsverfahren, Reinigungssystemen oder Anlagen müssen gemäß GMP gemeldet und genehmigt werden.
  • Klinische Studien: Protokolländerungen (z. B. neue Dosierungsschemata) unterliegen der Änderungsanzeige und bedürfen regulatorischer Zustimmung.
  • Produktzulassungen: Jede relevante Veränderung nach der Zulassung – etwa Verpackung, Wirkstoffherkunft oder Fertigungsstandorte – muss an Behörden kommuniziert werden.
  • Zuliefermanagement: Änderungen durch Lieferanten, wie z. B. neue Chargenhersteller oder Materialqualitäten, müssen via Notification gesteuert und geprüft werden.
  • Softwarevalidierung: Änderungen an validierten Systemen und Anwendungen (CSV) benötigen Change Notification und Revalidierung.

Ein anschauliches Beispiel: Ein Biotech-Unternehmen, das ein rekombinantes Proteinpräparat herstellt, plant die Umstellung auf einen neuen Zelllinien-Substrat-Lieferanten. Diese Änderung muss gemäß interner Change Control Richtlinien dokumentiert, bewertet, genehmigt und anschließend an Behörden wie EMA oder FDA gemeldet werden.