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Interne Audits in den Lebenswissenschaften, der Pharma- und Biotechnologiebranche

Einleitung

Interne Audits sind ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung in den Lebenswissenschaften sowie in der Pharma- und Biotechnologiebranche. Sie ermöglichen eine systematische und unabhängige Überprüfung von Prozessen und Systemen, um die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und interner Standards sicherzustellen.

Definitionen und Konzepte

Internes Audit: Eine geplante, unabhängige und dokumentierte Überprüfung von Abläufen, mit dem Ziel, die Einhaltung von Vorgaben, Richtlinien und regulatorischen Anforderungen zu bewerten.

Qualitätsmanagementsystem (QMS): Ein strukturierter Rahmen, der Prozesse und Ressourcen organisiert, um die Einhaltung von regulatorischen und kundenspezifischen Anforderungen zu gewährleisten.

CAPA (Corrective and Preventive Actions): Mechanismen zur Identifikation, Korrektur und Prävention von Nichtkonformitäten.

Regulierende Organisationen wie die FDA (U.S. Food and Drug Administration), die EMA (European Medicines Agency) und Normen wie ISO 13485 oder GMP (Good Manufacturing Practices) spielen eine Schlüsselrolle bei der Definition von Anforderungen für interne Audits.

Bedeutung

Die Durchführung interner Audits ist in der Pharma- und Biotechnologiebranche unerlässlich, insbesondere aus den folgenden Gründen:

  • Regulatorische Einhaltung: Sicherstellung der Einhaltung von Vorgaben der FDA, EMA oder anderer Behörde, um Strafen oder Rückrufe zu vermeiden.
  • Frühzeitige Problemerkennung: Identifizierung von Schwachstellen in Prozessen und Systemen, bevor sie zu ernsten Problemen führen.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Förderung der Optimierung von Prozessen zur Steigerung von Effizienz und Qualität.
  • Risikominderung: Reduktion von Risiken im Zusammenhang mit Produktqualität und Patientensicherheit.
  • Vertrauensbildung: Stärkung des Vertrauens von Stakeholdern in die Zuverlässigkeit und Integrität der Organisation.

Prinzipien oder Methoden

Für interne Audits in der streng regulierten Pharma- und Biotechnologiebranche gelten spezifische Methoden und Best Practices:

  • Planung: Auswahl von Schwerpunkten wie Datenintegrität, GMP-Prozessen oder Lieferantenmanagement auf Basis einer Risikoanalyse.
  • Durchführung: Systematische Prüfung mithilfe von Checklisten, Interviews und Dokumentationen. Fokus auf regulatorisch kritische Bereiche wie Herstellungsprozesse.
  • Berichtserstellung: Erstellung eines Berichts mit einer Übersicht über alle Konformitäten und identifizierten Nichtkonformitäten.
  • Nachverfolgung: Umsetzung von CAPA-Maßnahmen, Überprüfung ihrer Wirksamkeit und regelmäßige Überwachung.

Zentrale Prinzipien:

  • Unabhängigkeit der Auditoren zur Sicherstellung von Objektivität.
  • Regelmäßige Durchführung in definierten Abständen oder als Vorbereitung auf externe Inspektionen.
  • Kollaborative Herangehensweise, die auf Aufklärung und nicht auf Fehlerzuweisung abzielt.

Anwendung

Der Einsatz interner Audits ist in verschiedenen Bereichen der Lebenswissenschaften, Pharma- und Biotechnologieindustrie weit verbreitet:

  • Regulatorische Vorbereitung: Simulation externer Inspektionen zur Gewährleistung der Erfüllung behördlicher Anforderungen.
  • Lieferkettenmanagement: Bewertung externer Lieferanten und Vertragshersteller zur Sicherstellung gleichbleibender Produktqualität.
  • Klinische Studien: Prüfung von Protokollen, Datenintegrität und Patientenwohl im Einklang mit der Guten Klinischen Praxis (GCP).
  • Validierung von Prozessen: Überprüfung der Einhaltung von Richtlinien wie GMP und GLP (Gute Laborpraxis), um Produktmängel oder Sicherheitsrisiken zu minimieren.
  • IT-Compliance: Validierung von Computersystemen gemäß 21 CFR Part 11 zur Sicherstellung von Integrität und Datensicherheit.
  • Umweltüberwachung: Bewertung von Anlagen, wie HVAC-Systemen, Wasseraufbereitung oder mikrobiologischer Kontrolle, um die Einhaltung operativer Standards zu gewährleisten.