Confirmatory Testing
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Einleitung
Bestätigungstests (engl. Confirmatory Testing) sind ein wesentlicher Bestandteil in regulierten Bereichen der Life Sciences, insbesondere in Pharmazie, Biotechnologie und Diagnostik. Diese Tests dienen der verlässlichen Überprüfung von Ersttestergebnissen durch unabhängige, validierte Methoden und sind Voraussetzung für regulatorische Anerkennung, Produktfreigabe und klinische Beweissicherheit.
Definitionen und Konzepte
Confirmatory Testing: Ein zweiter, analytisch unabhängiger Test, der erste Ergebnisse mit höherer Spezifität und Sensitivität verifiziert, um falsch-positive oder -negative Resultate auszuschließen.
Primärtest vs. Bestätigungstest: Primärtests sind Screening-Verfahren mit hoher Sensitivität. Bestätigungstests setzen auf Spezifität, um falsch-positive Ergebnisse zu eliminieren.
Orthogonale Methoden: Der Einsatz unterschiedlicher Testprinzipien (z. B. Immunassay gefolgt von Massenspektrometrie), um das Risiko methodenbasierter Fehlinterpretationen zu minimieren.
Bedeutung
Confirmatory Testing ist entscheidend für Sicherheit, Genauigkeit und regulatorische Akzeptanz in verschiedenen Bereichen der Life Sciences:
- Patientensicherheit: In der klinischen Diagnostik verhindert Confirmatory Testing Fehldiagnosen und daraus resultierende falsche Therapien.
- Zulassungsrelevanz: Pharmazeutische Wirkstoffe erfordern Bestätigungstests als Teil der behördlichen Validierungsprotokolle (z. B. EMA, FDA).
- GMP/GLP-Konformität: In der Qualitätskontrolle (QC) sind bestätigende Tests Voraussetzung für Chargenfreigabe und Audits.
- Reproduzierbarkeit der Forschung: Wissenschaftliche Studien benötigen Bestätigungstests, um ihre Ergebnisse zu untermauern und Publikationsanforderungen zu erfüllen.
Prinzipien und Methoden
Der Bestätigungstest folgt etablierten wissenschaftlichen und regulatorischen Standards, welche eine unabhängige Überprüfung der Erstresultate ermöglichen:
- Validierte Analysemethoden: Einsatz von Methoden wie LC-MS/MS, PCR, Western Blot oder Immunhistochemie mit validierter Reproduzierbarkeit und Sensitivität.
- Unabhängige Durchführung: Durchführung durch separate Laborstrukturen oder alternative Systeme zur Reduktion methodischer Verzerrung.
- Protokollbasierte Schwellenwerte: Vordefinierte Grenzwerte (Cut-Offs), z. B. bei Biomarkertests oder toxikologischen Prüfungen gemäß ICH-Guidelines.
- Statistische Bestätigung: Nutzung von Regressionsanalysen, ROC-Kurven oder Konfidenzintervallen zur statistischen Absicherung der Ergebnisse.
Anwendungen in der Industrie
Confirmatory Testing findet in verschiedensten Kernbereichen der pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie Anwendung:
- Klinische Studien: Absicherung von Endpunkten in Phase-III-Studien durch biomolekulare Bestätigungsmethoden (z. B. für therapeutische Antikörper).
- Diagnostische Plattformen: Validierung von Testergebnissen bei Infektionskrankheiten (HIV, HCV, SARS-CoV-2) vor Befundmitteilung.
- Herstellung biopharmazeutischer Produkte: Einsatz orthogonaler Methoden zur Überwachung kritischer Qualitätsattribute (CQAs) in der Wirkstoffproduktion.
- Toxikologie: Bestätigende Analysemethoden zur Verifikation von Drogennachweisen oder Expositionsgraden in Humanstudien.
- Personalisiert Medizin: Validierung genetischer Marker für Therapieentscheidungen, z. B. Companion Diagnostics bei Krebstherapien.


